Lohnt sich der erste Mitarbeiter?

    Der erste Geselle oder Azubi ist der größte Schritt für einen Einzelunternehmer. Sehen Sie, wie viel er abrechnen muss, damit Lohn, Arbeitgeberanteile, Transporter und Ihre Zeit als Chef bezahlt sind, was Ihnen vor und nach Steuern bleibt und wann die Anfangskosten wieder drin sind. Werte für 2026.

    Werte für 2026

    Die Realität

    Ihr Körper ist Ihr wichtigstes Werkzeug, und den gibt es nicht neu zu kaufen

    Handwerk ist harte körperliche Arbeit. Knie, Rücken und Schultern halten keine 50 Jahre auf dem Gerüst, und niemand bezahlt Sie, wenn sie nicht mehr wollen. Das muss Ihr Stundensatz bezahlen, solange Sie können.

    Rechnen Sie selbst: Wollen Sie mit 60 statt 67 aufhören, müssen Sie 7 Jahre ohne Einkommen selbst bezahlen. Bei 2.500 € im Monat sind das 210.000 €, vor Steuern und Inflation. Dieses Geld kommt nur aus einer Quelle: Ihrem Stundensatz in den Jahren, in denen der Körper noch mitmacht.

    Billig arbeiten führt nicht zu einem guten Leben. Jede Stunde, die Sie unter Wert verkaufen, bezahlen Sie später mit Ihrer Gesundheit, Ihrer Rente und Ihrer Freizeit.

    Woher kommen die Zahlen?

    Jede Zahl im Rechner ist entweder ein amtlicher Wert für 2026 oder eine Schätzung, die wir als Schätzung kennzeichnen. Tippen Sie auf ein Feld, um zu sehen, warum, und ein Beispiel aus der Praxis.

    Stundenlohn brutto

    Startwert ist derselbe wie im Mitarbeiter-Check: der Tariflohn 2026 für Gesellen im Gewerk (19,10 € bis 23,97 €) und für Azubis rund 6,90 € pro Stunde (1.200 € im Monat im zweiten Lehrjahr). Urlaubs- und Feiertagslohn, Lohnfortzahlung, Arbeitgeberanteile, SOKA-BAU, Berufsgenossenschaft, Ausrüstung und Transporter kommen genau wie dort dazu.

    Aus der Praxis: Ein guter Geselle aus einem größeren Betrieb erwartet oft 2 € über Tarif. Bei einem Maler sind das mit Urlaub, Feiertagen und Arbeitgeberanteilen rund 5.200 € mehr Kosten im Jahr.

    Stundensatz für den Mitarbeiter

    Was der Kunde für jede Stunde des Mitarbeiters zahlt, netto. 60 € für einen Gesellen entsprechen dem, was Betriebe laut einer Umfrage der Deutschen Handwerks Zeitung im Schnitt verlangen (61 €), 35 € für einen Azubi sind Bidmios Schätzung wie im Mitarbeiter-Check. Tragen Sie Ihre eigenen Preise ein.

    Aus der Praxis: Viele verlangen für den Gesellen dasselbe wie für sich selbst. Kostet Sie ein Dachdecker-Geselle mit eigenem Transporter aber rund 61 € pro abrechenbarer Stunde und Sie verlangen 60 €, verlieren Sie an jeder Stunde, die er arbeitet.

    Abrechenbare Zeit

    Der Anteil der Arbeitszeit, den Sie dem Kunden berechnen können. Urlaub, Feiertage, Krankheit und Berufsschule sind schon abgezogen. Startwert ist Bidmios Schätzung aus dem Mitarbeiter-Check: 85 % für Gesellen und 70 % für Azubis. Das ist die wichtigste Stellschraube: Der Break-even zeigt, wie tief Sie gehen dürfen.

    Aus der Praxis: Wartet Ihr Geselle einen halben Tag pro Woche auf Material oder darauf, dass Sie ihm die nächste Baustelle zeigen, sind 10 % der abrechenbaren Zeit weg, und aus 8.000 € Gewinn kann ein Verlust werden.

    Bidmio-Schätzung aus typischen Werten. Passen Sie sie an Ihren Betrieb an.

    Ihre zusätzliche Zeit als Chef

    Mit dem ersten Mitarbeiter werden Sie Arbeitgeber: Betriebsnummer beantragen, bei der Krankenkasse anmelden (im Baugewerbe mit Sofortmeldung), Arbeitsbedingungen schriftlich aushändigen, jeden Monat die Lohnabrechnung, dazu Planung, Einarbeitung und Kontrolle. 2 Stunden pro Woche sind Bidmios Schätzung, bewertet mit dem Wert Ihrer eigenen Stunde.

    Aus der Praxis: Am Montagmorgen muss Ihr Geselle wissen, wohin er fährt, was er mitnimmt und was mit dem Kunden vereinbart ist. Ruft er dreimal am Tag von der Baustelle an, ist schnell eine Stunde pro Woche weg, die Sie nicht abrechnen.

    Wert Ihrer eigenen Stunde

    Eine Stunde als Chef ist eine Stunde, die Sie nicht abrechnen. Startwert ist der Stundensatz, den der Stundensatz-Rechner für Ihr Gewerk bei 3.000 € netto im Monat ergibt. Erledigen Sie die Verwaltung nur abends, können Sie einen niedrigeren Wert eintragen.

    Aus der Praxis: Zwei Stunden pro Woche zu 81 € sind rund 7.100 € im Jahr: oft so viel, wie ein erster Geselle einem Maler an Gewinn bringt.

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    Werkzeug und Ausrüstung zum Start

    Werkzeug, Schutzausrüstung und Arbeitskleidung, die Sie kaufen müssen, bevor der Mitarbeiter anfängt. Der laufende Ersatz steckt schon in den Kosten pro Jahr. 3.000 € für einen Gesellen und 1.500 € für einen Azubi sind Bidmios Schätzung, netto.

    Aus der Praxis: Ein zweiter Akku-Satz mit Schrauber, Säge und Ladegerät, eine Leiter und Sicherheitsschuhe kosten schnell 2.000 bis 3.000 € netto, bevor die erste Stunde abgerechnet ist.

    Bidmio-Schätzung aus typischen Werten. Passen Sie sie an Ihren Betrieb an.

    Anzahlung für den Transporter

    Anzahlung oder Leasing-Sonderzahlung, Regaleinbau und Beschriftung, die Sie zahlen, bevor der zweite Transporter fährt. Die monatlichen Kosten stecken schon in den Kosten pro Jahr aus dem Transporter-Rechner, hier geht es um die Liquidität. 5.000 € sind Bidmios Schätzung, netto. Ein Azubi fährt meist bei Ihnen mit.

    Aus der Praxis: Beim Leasing ist oft eine Sonderzahlung fällig, dazu kommen Regale und Beschriftung. Das Geld muss auf dem Konto sein, bevor der Mitarbeiter die erste Stunde abgerechnet hat.

    Bidmio-Schätzung aus typischen Werten. Passen Sie sie an Ihren Betrieb an.

    Stellenanzeige und Suche

    Eine Anzeige in einem Jobportal, Social Media oder eine Vermittlung, dazu Ihre Zeit für Gespräche und Probearbeit. 1.000 € für einen Gesellen und 500 € für einen Azubi sind Bidmios Schätzung. Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit ist kostenlos.

    Aus der Praxis: Drei Vorstellungsgespräche und ein Probetag kosten Sie leicht einen ganzen Arbeitstag. Zu Ihrem Stundensatz sind das über 600 €, auch wenn die Anzeige nichts kostet.

    Bidmio-Schätzung aus typischen Werten. Passen Sie sie an Ihren Betrieb an.

    Trefferquote bei Angeboten

    Der Anteil Ihrer Angebote, die der Kunde annimmt. Er schwankt stark nach Gewerk und Kunde; Privatkunden holen oft drei Angebote ein. 30 % sind Bidmios Schätzung. Schauen Sie in Ihre eigenen Angebote: Wie viele der letzten zehn wurden ein Auftrag?

    Aus der Praxis: Bei einer Trefferquote von 30 % schreiben Sie rund 7 Angebote für 2 Aufträge. Braucht der Geselle 2 Aufträge mehr im Monat, sind das rund 7 Angebote mehr.

    Bidmio-Schätzung aus typischen Werten. Passen Sie sie an Ihren Betrieb an.

    Stunden pro Angebot

    Besichtigung, Fahrt, Aufmaß, Kalkulation und das Angebot schreiben. 2 Stunden sind Bidmios Schätzung für einen normalen Auftrag; große Aufträge dauern deutlich länger.

    Aus der Praxis: 20 Minuten Fahrt hin und zurück, eine halbe Stunde Aufmaß beim Kunden und eine Stunde Kalkulation am Abend: Das sind schon fast 2 Stunden für ein Angebot.

    Bidmio-Schätzung aus typischen Werten. Passen Sie sie an Ihren Betrieb an.

    Wann lohnt sich der erste Mitarbeiter?

    Wenn Sie seine Stunden zu einem Preis abrechnen können, der Lohn, Urlaubs- und Feiertagslohn, Arbeitgeberanteile, Sozialkasse, Berufsgenossenschaft, Transporter und Ihre eigene Zeit als Chef deckt. Mit den Startwerten muss ein Maler-, Elektro- oder SHK-Geselle rund drei Viertel seiner Arbeitszeit zu 60 € netto abrechnen. Bei Zimmerern, Maurern und Dachdeckern kommen höhere Tariflöhne und die Sozialkasse dazu (SOKA-BAU 5,7 %, SOKA-DACH 13,4 %, jeweils mit Winterumlage): Dort reichen 60 € kaum, der Break-even liegt bei über 90 %. Größter Posten nach dem Lohn ist ein eigener Transporter für den Gesellen, rund 10 bis 11 € pro abrechenbarer Stunde (Bidmio-Schätzung aus dem Transporter-Check); fährt er bei Ihnen mit, sinkt der Break-even deutlich. Deshalb verlangen viele Betriebe für die Gesellenstunde mehr.

    Was ist der Break-even für einen Mitarbeiter?

    Der Anteil der Arbeitszeit, den der Mitarbeiter abrechnen muss, bevor der Umsatz alle Kosten deckt. Darunter verliert der Betrieb jede Woche Geld, darüber verdient er. Der Rechner zeigt ihn in Prozent und in Stunden pro Woche.

    Ist ein Azubi günstiger als ein Geselle?

    Ein Azubi kostet weniger Lohn, ist aber rund zwölf Wochen im Jahr in der Berufsschule, wird zu einem niedrigeren Satz abgerechnet und braucht mehr von Ihrer Zeit. Mit den Startwerten trägt er sich gerade so. Der Gewinn liegt darin, dass Sie Ihren nächsten Gesellen selbst ausbilden. Die Ausbildungsvergütung muss mindestens die gesetzliche Mindestvergütung nach § 17 BBiG erreichen, im Tarif liegt sie meist darüber.

    Warum rechnen Sie meine eigene Zeit mit?

    Der erste Mitarbeiter kostet auch Ihre Zeit: Lohnabrechnung, Planung, Einarbeitung und Kontrolle der Arbeit. Sind das zwei Stunden pro Woche, fehlen Ihnen diese Stunden auf der Rechnung. Der Rechner bewertet sie mit Ihrem Satz aus dem Stundensatz-Rechner. Setzen Sie die Stunden auf 0, wenn Sie das nur abends erledigen.

    Was muss ich vor der ersten Einstellung erledigen?

    Eine Betriebsnummer bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen, den Mitarbeiter über die Krankenkasse zur Sozialversicherung anmelden (im Baugewerbe zusätzlich eine Sofortmeldung spätestens bei Arbeitsbeginn, § 28a Abs. 4 SGB IV), den Betrieb binnen einer Woche bei der Berufsgenossenschaft anmelden, falls noch nicht geschehen (§ 192 SGB VII), und die wesentlichen Arbeitsbedingungen schriftlich aushändigen: Name, Lohn und Arbeitszeit spätestens am ersten Arbeitstag (§ 2 Nachweisgesetz). Dazu kommen die Lohnabrechnung jeden Monat und die Lohnsteuer-Anmeldung beim Finanzamt.

    Speichern Sie meine Zahlen?

    Nein. Alles wird in Ihrem Browser gerechnet, nichts wird an einen Server geschickt. Der Link zum Teilen enthält nur die Art des Mitarbeiters, Lohn, Stundensatz, abrechenbare Zeit und Ihre Stunden als Chef.

    Hinweis

    Alle Berechnungen sind unverbindliche Beispielrechnungen ohne Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit. Sie sind keine Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung. Die Zahlen zeigen, was ein gesunder und profitabler Betrieb nach Ihren Eingaben und den typischen Werten für 2026 braucht. Ihre eigene Lage kann abweichen. Besprechen Sie Entscheidungen immer mit Ihrem Steuerberater.